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Kommunale Revolution im Web 2.0
Durch das Web 2.0 sind neue soziale und politische Beteiligungsmöglichkeiten entstanden. Es mobilisiert Menschen zur Partizipation, die sich ohne die intuitiven Tools des Web 2.0 nicht engagieren würden. Für Städte und Kommunen heißt das Schlagwort „E-Partizipation“: die Bürgerbeteiligung im Netz. Unter E-Partizipation werden jene Elemente der Bürgerbeteiligung betrachtet, die eine aktive Teilhabe an politischen Diskurs- und Entscheidungsprozessen mit Hilfe des Internets ermöglichen. Ein E-Government, also Online-Workflows elektronischer Akten, haben bereits viele Städte eingeführt. Doch E-Government ist erst „die halbe Miete”. Eine Gemeinde besteht schließlich nicht nur aus der Verwaltung, sondern vor allem aus Bürgern. Blogs, Wikis und Soziale Netzwerke können helfen, eine Stadt transparent für ihre Bürger zu machen. Gerade interaktive Kommunikationsangebote wie Chats oder Foren lassen einen Dialog zwischen Bürgern und Entscheidungsträgern entstehen. Bürgerinteressen erfahren dabei Wertschätzung und Regierende erhalten Reputation.
Die Studien „E-Partizipation“ und „E-Inclusion“ im Rahmen des Programms „E-Government 2.0“ der Bundesregierung belegen die Massentauglichkeit des Ansatzes. Ein Viertel der Bevölkerung hat schon Informations- und Beteiligungsangebote des Bundes genutzt und rund 13% der Bevölkerung (ca. 10 Mio. Menschen) planen dies zu tun. Zwar werden im Internet noch Wahlen gewonnen, doch ohne Onlinepräsenz ist heute auch Politik kaum noch denkbar. Parteien und Behörden sind schon seit geraumer Zeit mit eigenen Serviceangeboten im Netz vertreten und auch immer mehr Politiker verfügen über eine eigene Webseite.
Das Internet ist auch als Web 2.0 kein Selbstläufer, doch bietet es zahlreiche Möglichkeiten, deren Ausschöpfung durchaus realen Nutzen in der politischen Praxis bringt. Folgende Tabelle zeigt Möglichkeiten auf, die sich für Städte und Kommunen ergeben, wenn es um den Einsatz von Web 2.0 Applikationen geht.
Die Stadt Köln hat es vorgemacht. Die Verantwortlichen haben den Schritt gewagt und eine offene Beteiligungsplattform für die Haushaltsplanung eingesetzt, um Stimmungen, Missstände und Wünsche der Gesellschaft aufzudecken. Man entschied sich für ein elektronisches Vorschlagseingabeverfahren, das der Verwaltung erlaubt, eine Beziehung zu den Bürgern aufzubauen. Diese konnten Spar- oder Ausgabevorschläge zu den Themen „Sport”, „Grünflächen” und „Straße, Wege und Plätze” machen. Jeder Vorschlag, auf welchen Wegen er auch immer eingereicht wurde (per Post oder Anruf im Call-Center der Stadt), gelangte auf die Plattform und war dort für jeden einsehbar. Wer sich als Teilnehmer registrieren ließ, hatte die Möglichkeit, Vorschläge zu kommentieren und zu bewerten. Die Bilanz lässt sich sehen: Während der ersten einmonatigen Beteiligungsphase haben sich über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer registriert. Zu den über 4.900 Vorschlägen wurden über 9.000 Kommentare eingestellt und über 52.000 Bewertungen abgegeben.
Kurz und knapp hier nochmals die Vorteile einer innovativen „E-Partizipation“:
- Verbesserung des Bürgerservices
Verwaltungsvorgänge könnten via Internet erledigt werden - Verstärkung des Informationstransfers
Durch Wikis, Blogs und Foren kann ein schneller Informationstransfer vonstattengehen. (Bebauungspläne, Gesetzentwürfe…), Bürger sollen via Internet schnelles Feedback erhalten - Verstärkung der regionalen Identität und Verbesserung der sozialen Beziehungen Identifizierung der Bürger mit den örtlichen Angelegenheiten
- Bürgerengagement und Interessenvernetzung
Das Internet dient der Vernetzung zwischen Bürgern und Politikern. Auch Bürger können sich untereinander austauschen (Bürgerinitiativen, Unterschriftensammlung, Nachbarschaftshilfe, Diskussionsforen…) - Steigerung der Innovationsfähigkeit
Schritthalten mit dem technischen Fortschritt
Data-Mining im Social Web
Das Social Web ist eine mächtige Quelle für Unternehmen. Seit dem Aufkommen von Microblogging-Tools, Wikis, Blogs und Co. werden Meinungen gerne online geäußert. Innerhalb dieser gigantischen und unermesslichen Datenflut liegen 80% bis 90% der vorhandenen Informationen in Form von unstrukturierten Texten vor. Das darin schlummernde Wissen kann Unternehmen jedoch helfen, strategische Entscheidungen zu treffen. Die Frage lautet: „Was denken unsere Kunden wirklich?“ Doch wie kann ein Unternehmen an solche Daten gelangen? Eine Möglichkeit ist das sogenannte Data-Mining.
1. Was versteht man unter Data-Mining?
Data-Mining ist ein Instrument, um große Textmengen zu strukturieren und zu analysieren. Dazu kommen meist computerlinguistische Verfahren zum Einsatz, die automatisiert ablaufen. Hauptaufgabe des Data-Mining ist es, durch die Aufdeckung von Mustern und durch eine Inhaltsanalyse relevantes Wissen im Social Web aufzudecken und strukturiert darzustellen.
2. Welche Einsatzgebiete gibt es?
Im Marketing wird das Data-Mining vor allem im Bereich der Marktanalyse und des Customer Relationship Managements eingesetzt. Das Data-Mining kann im Rahmen einer Marktanalyse z.B. dazu genutzt werden, Textdokumente, die interessante Informationen über Konkurrenzunternehmen enthalten, zu sammeln und auszuwerten. Im Mittelpunkt der Analyse steht jedoch meist die Reputation des eigenen Unternehmens und der eigenen Produkte, wobei Data-Mining eingesetzt wird um bspw. Diskussionsbeiträge, Pressemitteilungen, Blogs etc. zu analysieren, um ein Bild des Unternehmens oder dessen Produkte zu erhalten. Besonders interessant ist dabei die Identifikation falscher oder besonders kritischer journalistischer Artikel, um entsprechend reagieren zu können.
3. Was macht Data-Mining im Social Web besonders?
Im Social Web befinden sich viele Multiplikatoren unter den Nutzern, die häufig Produkte und Marken bewerten und durch soziale Netzwerke eine große Verbreitung dieser Meinungen erzielen. Das Social Web stellt mit seinen Blogs, Foren und Communities eine exzellente Datenquelle (gerade auch für Konsumentenmeinungen) dar, da alle Daten öffentlich und kostenlos zugänglich sind. Data-Mining kann unverzerrte Stimmungsbilder z.B. bezüglich Produkten, Marken und Wettbewerbern einfangen – und dies aktuell und schnell. Die Grenzen des Data-Minings liegen derzeit vor allem darin, dass die Technologie noch nicht die Nutzerfreundlichkeit erlangt hat, die Nutzer von Web 2.0-Tools gewohnt sind.
4. Kann Data-Mining die Zukunft der Marktforschung sein?
Ja, denn das Data-Mining ist ein innovativer Ansatz zur Bewältigung des „Informations-Overkill“. Für Unternehmen ist dabei ein integriertes System anzustreben, das effizient und flexibel relevante Meinungsäußerungen automatisch und am besten real-time analysiert.

