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Die Hidden Champions der CeBIT

Zum vierten Mal in Folge präsentierte sich ITONICS auf der runderneuerten CeBIT in Hannover, dem Business-Festival für Innovation and Digitalisierung. Neben der Vorstellung unserer Softwarelösungen für Innovationsmanagement haben auch wir uns ein wenig umgesehen und auf der Triple-Punch-Veranstaltung aus Austellung, Konferenzen und Festival die Startup-Szene unter die Lupe genommen. In unserem Blogbeitrag möchten wir einige der spannendsten und innovativsten Technologie-Startups beleuchten, die wir auf der CeBIT entdecken konnten.

Verschwimmende Realitäten – VR und AR Boom

Es besteht kein Zweifel, dass mit VR und AR eines der Kernthemen der diesjährigen CeBIT verkörperten. Neben fliegenden Drohnen und umherirrenden Robotern waren die VR-Brillen und Headsets einige der am meisten vertretenen Gadgets auf der Ausstellungsfläche. Mit dabei war auch das Startup VISCOPIC. Doch der Newcomer ist weit davon entfernt mit einem Mainstream-Produkt in den Markt einzusteigen. Stattdessen löst das Unternehmen gerade eines der größten Probleme der DB Netz AG, eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Bahn AG und Betreiber eines Großteils des deutschen Eisenbahnnetzes. Bis 2025 erwartet der Konzern, dass rund 4.000 Wartungstechniker in den Ruhestand gehen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, muss die DB Netz bis dahin eine beachtliche Anzahl neuer Mitarbeiter ausbilden. Die interaktiven Mixed-Reality-Anwendungen von VISCOPIC können hier die Lücke zwischen Theorie und Praxis schließen, indem komplizierte Bahntechnik veranschaulicht und greifbar wird.

Die Jungunternehmer sind in der Lage einen Teil der Infrastruktur des Konzerns virtuell in Form eines Trainingsmodells abzubilden, um Inhalte unkompliziert und digital an neue Mitarbeiter und Quereinsteiger zu vermitteln. Auf diese Weise kann hochkomplexe Bahntechnik bereits in den Klassenzimmern dargestellt und untersucht werden. VISCOPIC befasst sich also nicht nur mit der Frage, welche AR und VR-Technologien für bestimmte Anwendungsfälle am besten geeignet sind, sondern fokussiert seine Arbeit auch darauf, in welchen Problemfeldern Mixed-Reality Mehrwert schaffen kann.

Die Zukunft der Mobilität gestalten

Die Mobilitätsbranche befindet sich in einem radikalen Umbruch. Traditionelle Geschäftsmodelle werden durch innovationsfreudige Konzepte, die neue Marktplätze eröffnen, in allen Wertschöpfungsbereichen herausgefordert. Das deutsche Startup und Technologieunternehmen drivo bietet ein Produkt, das Mobilitätsdaten erhebt und verarbeitet, um Unternehmen und Privatpersonen bei der Entwicklung innovativer Mobilitätslösungen zu unterstützen und Mobilität als Dienstleistung zu verbessern. Drivo setzt sich aus einem interdisziplinären Team von Experten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, UI/UX, Verkehrstechnik und Mobilität zusammen. Unterstützt wird drivo von neusta, einem Full-Service-IT-Unternehmen. Auf der CeBIT präsentierten sie eine ihrer Lösungen, die “drivo App”, die mit Hilfe von Gamification Fahrmuster intuitiv visualisiert und interpretiert. Auf der CeBIT wurden unter anderem weitere Lösungen wie “drivo TELEMATICS” (ein modernes Flottenmanagementsystem für den Mittelstand) und “drivo LEAP” (eine anpassbare Lösung, um das volle Potenzial der Telematik auszuschöpfen) vorgestellt.

Grüne Rechenzentren für eine nachhaltige Zukunft

Egal welche Branche man betrachtet, sieht man die Anzahl an Startups explosionsartig in die Höhe schießen und mit ihren digitalen Lösungen die Lücken entlang der Supply Chain schließen. Windcloud (der Name spricht für sich) ist eine dieser Firmen. Sie verknüpft Rechenzentrumsleistungen mit nachhaltigen Ansätzen, indem das eigene Rechenzentrum mit Energie direkt aus lokalen Windparks betrieben wird. Basierend auf einer erneuerbaren Energieinfrastruktur, bestehend aus einem Windpark, einer Batteriespeicher und einer Biogasanlage, bietet das Startup “Green Data Center Services” an, um die negativen Umweltauswirkungen zu vermeiden, die Rechenzentren traditionell verursachen. Nicht nur das Geschäftsmodell ist revolutionär, auch der Auftritt auf der CeBIT hatte eine eigene Note: selbst geerntete Äpfel statt der überall verfügbaren Kekse und Gummibärchen, Luftballon-Schafe und eine mini Windkraftanlage statt eigenem Roboter. Wir sind gespannt, was wir sonst noch von Windcloud hören werden!

Smarte Wohnungen für die alternde Gesellschaft

Auch dem Megatrend “Ageing Society” in Kombination mit Smart Services und Smart Devices wurde auf der diesjährigen CeBIT eine hohe Relevanz und Präsenz zuteil. Streng genommen ist der demografische Wandel kein Trend sondern eine statistische Tatsache. Dies stellt ins besondere für unsere Gesundheitssysteme eine enorme Herausforderung dar, denn ein steigendes Durchschnittsalter bedeutet auch eine größere Zahl chronisch kranker Menschen. Herzheim, ein bayerisches Startup aus Regensburg, beschäftigt sich mit der Entwicklung von Smart Home Systemen für die älter werdende Bevölkerung, die auf der Verknüpfung von Installationsgeräten wie Lichtschaltern und Steckdosen mit intelligenten Wearables basieren. Die Lösung soll insbesondere bei Themen wie Sturzprävention und Sturzerkennung allein lebender, älterer Menschen unterstützen. Die beiden Gründer Andreas Edmund Pracht und Alexander Herfurtner starteten das Projekt bereits in der Uni und brachten so ihre Leidenschaft für Technik und Sensorik zum Ausdruck. Aus einer ersten Idee entsprangen dann weitere Fragen: Wer könnte von unseren Innovationen profitieren? Was brauchen die Menschen? Wir drücken die Daumen, dass sich das junge Startup von den Großen der Branche abheben wird!

Hichtech Innovationen machen Fabriken intelligenter

Wenn es so etwas wie ein Paradebeispiel beim Thema Industrie 4.0 gibt, dann ist es definitiv das Startup ProGlove. Der aufstrebende Newcomer entwickelt einen intelligenten Handschuh, der Produktion und Logistik in Fabriken langfristig erleichtern und sicherer machen könnte. Ein Scanner und mehrere Sensoren sind im Handschuh installiert, wodurch unnötige Arbeitsschritte und Fehlbedienung vermieden werden. Ein Warnsignal ertönt, sobald eine bestimmte Komponente falsch gehalten oder eingesetzt wird. Namhafte Kunden von Bosch bis BMW haben sich bereits von der Innovation überzeugen lassen. Vor kurzem gab es unter anderem auch eine Millionen-Finanzierung von Intel.

AI revolutioniert Marketing und Sales

In Zeiten, in denen guter und relevanter digitaler Content unumgänglich wird, entwickelt das französische Startup Tillkee eine cloud-basierte Anwendung, um die Nachverfolgung geschäftlicher Dokumente zu optimieren. Das Unternehmen analysiert das Leseverhalten versandter Dateien und kann so Verkäufe prognostizieren und verbessern. Einfach ausgedrückt, Tilkee unterstützt andere Unternehmen bei ihren Vertriebs- und Marketingkampagnen. Mit der Lösung können Kunden verfolgen, wie, wann und wo ihre Verkaufs- und Marketingdokumente gelesen werden und in Erfahrung bringen, wer ein Angebot geöffnet hat und wie viel Zeit damit verbracht wurde, spezifische Teile des Dokuments zu lesen. Durch diese detaillierte Nachverfolgung wissen die Kunden, welcher Teil ihrer Dokumente mehr Interesse und Impressionen hervorruft und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Bei einem von Tilkee versandten Angebot ist die Wahrscheinlichkeit im Durchschnitt um 24% höher, dass es zu einem Abschluss kommt. Dem Startup ist es bereits gelungen, Partnerschaften mit Großkunden wie Orange, Total, Gazprom, TNT und AG2R La Mondiale zu schließen.