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Acht externe Innovationsquellen, die jeder kennen sollte

In der Vergangenheit waren Unternehmen verstärkt auf ihre internen Fähigkeiten angewiesen, um innovative Ideen zu generieren und reale Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu realisieren. Zunehmend setzen Innovationsführer jedoch auch auf “gemischte” Innovationsansätze, indem sie interne Innovationstreiber und externe Partner kombinieren und so Innovation von außen zugänglich machen.

Nachdem wir in unserem letzten Artikel bereits die wichtigsten internen Innovationsquellen beleuchtet haben, werden im Folgenden die acht relevantesten Innovationspartner außerhalb des Unternehmens betrachtet, die die Innovationskraft einer Organisation antreiben können.

Universitäten und Forschungseinrichtungen

Akademische Institutionen, die vom Unternehmen geförderte Innovationsprogramme durchführen

Partnerschaften zwischen Unternehmen und Hochschulen gehören zu einem der wichtigsten Treiber in der Innovationswirtschaft. Da viele Unternehmen sich immer stärker auf Open-Innovation-Ansätze fokussieren, sind Universitäten und andere Forschungseinrichtungen zu einer signifikanten Innovationsquelle geworden, um die unternehmensinterne Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Unternehmen fördern und kooperieren mit talentierten Stunden und renommierten Fakultäten; die Universitäten integrieren im Gegenzug Module und ganze Studiengänge zum Thema Entrepreneurship in die akademischen Lehrpläne, um das innovative Denken der Studenten voranzutreiben.

Seit 2017 haben mehr als 200 Hochschulen und Universitäten als Mitglieder des Global Consortium of Entrepreneurship Centers eigene Innovations-Zentren gegründet. Große Firmen wie der Industriekonzern Evonik profitieren von derartigen Initiativen. Bis Ende 2020 will Evonik im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit IBM und der Universität Duisburg-Essen 100 Millionen Euro für das Thema Digitalisierung bereitstellen. Durch die Investitionen in die Entwicklung und Erprobung neuer digitaler Technologien und Kompetenzen kann der Chemiekonzern einerseits die Digitalisierung in der Chemiebranche und andererseits die eigene Positionierung in der digitalen Welt stärken.

Startups

Startups als Quelle für das Monitoring des Unternehmensumfelds, neue Partnerschaften und Investitionsmöglichkeiten

Eine der am schnellsten wachsenden Innovationsquellen für viele Innovationsführer sind Startups. Da die Bedeutung von Startups in der internationalen Wirtschaft in den letzten Jahren rasant zugenommen hat, beschäftigen sich Unternehmen aller Branchen vermehrt mit den Chancen und Risiken, die diese Newcomer zu bieten haben. Themen wie Startup Monitoring und potenzielle zukünftige Partnerschaften, um gegenseitig von Technologien, Ressourcen und Skills zu profitieren, spielen daher eine wichtige Rolle bei der Entwicklung disruptiver Produkte und Geschäftsmodelle. Startups experimentieren aggressiv mit neuen Technologien; künstliche Intelligenz, Robotik oder Blockchain, um neuartige Wege der Wertschöpfung zu beschreiten. Die aus dem Startup Scouting und Monitoring gewonnenen Erkenntnisse können dann eine ausschlaggebende Rolle in der eigenen Innovationsstrategie, -portfolio und allen damit verbundenen Aktivitäten spielen.

Das 2018 veröffentlichte White Paper des World Economic Forum, das sich mit der Zusammenarbeit von Technologie-Startups und Konzernen befasst, legt dar, dass eine große Mehrheit der Unternehmen heute die Bedeutung der Digitalisierung und des Kontakts mit der Startup-Welt als ausschlaggebend erachtet, um Innovationen nachhaltig zu fördern. Mehr als die Hälfte der Kooperationsversuche scheitert jedoch immer noch an einem Interessenkonflikt zwischen den aufstrebenden Newcomern und den eher prozessorientierten und risikoaversen Konzernen.

Wie also können Unternehmen von der Konfrontation zur Kooperation mit Startups übergehen? Seit April 2016 nutzt die DZ BANK Gruppe erfolgreich eine zentrale Innovationsplattform, den sogenannten “DZ BANK Innovationsradar“,  um einen transparenten und unternehmensweiten Überblick über alle Innovationsaktivitäten und Kooperationen mit Fintechs zu bekommen. Welche Startups könnten die Branche in Zukunft aufrütteln oder sind für das eigene Geschäftsmodell relevant? Wer im Unternehmen ist bereits mit welchem Startup in Kontakt? Der neue Innovationsansatz ermöglichte neben einem bereichsübergreifenden Monitoring des Bankenumfelds auch die Identifikation von Lücken und Chancen im Innovationsportfolio der DZ BANK.

Tech- und Trendscouts

Externe Scouts, die Trends und Technologien identifizieren und analysieren

An das Überleben vieler Unternehmen ist heutzutage gekoppelt, dass Chancen und Risiken neuer Technologien und Trends kontinuierlich und automatisiert erkannt und analysiert werden. Wenn nicht die ausreichende Manpower im eigenen Innovationsteam zur Verfügung steht, macht es Sinn, sich externe Hilfe an Bord zu holen. Neben einer Software, die automatisiert alle Trend- und Technologieinformationen auswertet und clustert, kann eine eine eigene Mannschaft an externen Trend- und Techscouts eine kontinuierliche Flut an Daten liefern. Zeitaufwändige Innovationsaktivitäten wie das Scouting und Monitoring von Startups oder neuen Technologien können so an Dritte ausgelagert werden, wie z.B. Trendagenturen, Technologieinstitute, Marktforschungsunternehmen oder Beratungsunternehmen. Diese Akteure können sich intensiv mit dem Geschehen in einer Branche auseinandersetzen und die Ergebnisse zusammenfassen. Externe Trendscouts können aufstrebende Trends identifizieren, beschreiben und an die Unternehmen weitergeben, die sich üblicherweise auf bestimmte Bereiche oder Branchen beziehen. Technologiescouts liefern Wissenschaftlern und Ingenieuren in unternehmensinternen F+E-Abteilungen relevante Informationen über neue Technologien.

Was in der Modebranche bereits üblich ist, funktioniert ebenso in allen anderen Marktsegmenten. Drängende Fragen können so gezielt angesprochen und authentische Einblicke in das Branchen- und Unternehmensumfeld von überall auf der Welt gewonnen werden. Die Informationen und Anregungen dienen als wertvoller Input für die eigene Innovationskampagne.

Software- und Beratungsunternehmen

Software und Beratungsfirmen, die Lösungen und Dienstleistungen für Innovationsmanagement anbieten

Partnerschaften mit Software- und Beratungsunternehmen im Bereich Innovationsmanagement stellen eine weitere wesentliche Quelle für den Aufbau umfassender Innovations-Ökosysteme dar und unterstützen Unternehmen mit relevanten Tools und Methoden zur gezielten Erfassung und Verarbeitung von Daten und Informationen zu neuen Trends, Technologien, Startups und Inspirationen. Entscheidend ist hierbei die Wahl eines Anbieters, der Lösungen und Expertise für den gesamten Innovationsprozess liefert, Innovation also ganzheitlich betrachtet. Ein System, das lediglich als Ideenplattform dient, wird langfristig keinen nachhaltigen Beitrag zum Innovationserfolg liefern.

Indem Unternehmen mit einem umfassenden Unternehmensumfeldscanning von relevanten Trends, Technologien und Startups beginnen und diese Informationen auf einer Plattform zu einem Big Picture verknüpfen, können strategische Innovationsfelder aufgedeckt werden. Die Integration aller gesammelten Daten ergibt eine ziemlich genaue Vorhersage darüber, ob eine erkannte Veränderung ein Hype ist, der schnell verschwinden wird oder ein echter Trend, der uns vielleicht noch über viele Jahre begleiten könnte.

Ein softwaregestützter Innovationsprozess in Verbindung mit einem umfassenden Methoden- und Trainingsangebot schafft den notwendigen Rahmen zur Entwicklung und Umsetzung einer nachhaltigen Innovationsstrategie. Es ist wichtig, frühzeitig mit externen Innovationstreibern zusammenzuarbeiten, um die Technologieführerschaft kontinuierlich auszubauen.

Externe Crowds und Communitys

Unabhängige Experten, Innovatoren oder generell Personen, die in Crowdsourcing-Plattformen, Innovationswettbewerben oder Entwicklernetzwerken aktiv sind

Innovations-Communitys, Wettbewerbe oder Hackathons stellen für viele Unternehmen einen weiteren attraktiven Ansatzpunkt dar, um neue notwendige Kompetenzen und Anregungen für verschiedene Aktivitäten innerhalb des Innovationsprozesses zu gewinnen. Fortune-500-Unternehmen wie AT&T und American Express finanzieren immer häufiger Online-Kreativitätswettbewerbe, um Innovation innerhalb der eigenen Kundenreihen oder der breiteren Öffentlichkeit anzustoßen. Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter lassen Ideen und Projekte um Sponsorings konkurrieren. Obwohl es teilweise zu einem kostspieligen Unterfangen heranwachsen kann, profitieren viele Unternehmen von kollektiver Intelligenz und können so z. B. auch von potenziellen Kunden Produkt- und Geschäftsideen bewerten lassen und sofortiges Feedback erlangen. Ein Beispiel für Crowdsourcing ist die “Connect + Development”-Plattform von P&G, auf der aktuelle Herausforderungen aus verschiedenen Geschäftsbereichen geteilt werden und Vorschläge zur Lösung des jeweiligen Problems eingereicht werden können.

Lieferanten

Unternehmen, die Teil der Wertschöpfungskette des Unternehmens sind

Unter den relevanten externen Innovationsquellen haben Lieferanten ein erhebliches Innovationspotenzial, da sie das Geschäft ihres Kunden, seine potenziellen Herausforderungen und Chancen kennen und ihn dabei unterstützen eine wettbewerbsfähige und zuverlässige Lieferkette aufzubauen. Insbesondere wenn eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten aufgebaut wird, sind diese in der Regel stärker in die Geschäfte der Unternehmen eingebunden. Mit zunehmendem Engagement und Wissen über die Pläne und Strategien der Unternehmen werden die Lieferanten qualifizierter, um in den Innovationsprozess des Unternehmens eingebunden zu werden.

In der Automobilindustrie zum Beispiel ist die Bereitschaft der Zulieferer, in Technologie zu investieren, bekanntlich ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal erfolgreicher Kunden-Lieferanten-Kooperationen. Solche Innovationen können Kunden die überlegene Fertigungskapazität, verbesserte Produktleistung und Anpassungsfähigkeiten bieten, die für eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt erforderlich sind. Der Artikel “Increasing Supplier-Driven Innovation” von John W. Henke Jr. und Chun Zhang veröffentlicht im MIT Sloan Management Review gibt weitere wichtige Einsichten in die Thematik.

Andere Partnerunternehmen

Andere mittelständische und große Unternehmen, als Partner durch Zusammenarbeit, Lizenzierung, Joint Venture, etc. fungieren

Unternehmen suchen strategische Partnerschaften mit externen Unternehmen, um Innovationen effizienter in ihr Ökosystem einzubringen. Eine solche Zusammenarbeit stellt oft einen wichtigen Eckpfeiler in einem sich ständig wandelnden Umfeld dar. Betrachten wir zum Beispiel die jüngste Partnerschaft von Airbus und Audi: 

Die beiden Konzerne haben sich zusammengeschlossen, um kurzfristig wirksame Lösungen im Bereich Urban Mobility zu entwickeln. Airbus, mit seiner on demand Hubschrauberplattform Voom, will gemeinsam mit Audi einen umfassenden Transportdienst anbieten, der in São Paulo und Mexiko-Stadt beginnen soll. Die Kooperation bietet hochwertige Bodentransporte mit Audi-Fahrzeugen und Hubschraubertransporte über den Airbus-Service Voom an, die gemeinsam den Kunden ein nahtloses Reiseerlebnis ermöglichen sollen. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Urban Mobility zu bewältigen, wobei der Fokus auf den am dichtesten besiedelten Städten der Welt liegt.

Der Kunde

Kunden, die Feedback und Bewertungen zu Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens abgeben

Unternehmen wollen ihren Kunden genau das liefern, was sie brauchen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt nach ergebnisorientiertem und nicht lösungsorientiertem Kunden-Input gesucht. Durch das Sammeln von Daten versuchen sie herauszufinden, was der Kunde mit einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung erreichen will. Die Kundenerwartungen zwingen die Unternehmen zu regelmäßigen Produkt- und Serviceinnovationen, um den Bedürfnissen der Verbraucher gerecht zu werden. Wenn heutzutage ein Onlineshop nicht innerhalb eines Tages die angeforderte Ware liefert, ist ein E-Commerce-Unternehmen schon einem Risiko ausgesetzt. 

Dies musste auch Leica, Hersteller hochwertiger Fotoapparate, am eigenen Leib erfahren. Anstelle von Digitalkameras benutzt ein Großteil der Menschheit weltweit außschließlich Smartphones, um Bilder im Alltag zu schießen – eine Veränderung im Konsumentenverhalten, die große Auswirkungen auf das Geschäft des Traditionsunternehmens hatte. Was also tun? Anstatt Unmengen an Geld in die Produktion eigener Smartphones fließen zu lassen, machte sich Leica auf die Suche nach einem Partner und wurde beim chinesischen Smartphoneentwickler Huawei fündig. Auch die eigenen Kunden wurden in den kreativen Teil des Innovationsprozess mit eingebunden. Durch die Technologiepartnerschaft konnte Leica die eigene Expertise im Bereich Mobile Devices in neue Produktsegmente einfließen lassen und so die Ansprüche der Kunden erfüllen.

Quintessenz

Der Aufbau eines Netzwerks aus internen und externen Innovationsquellen ist ein notwendiger Ansatz, um Herausforderungen wie Zeit- und Ressourcenengpässe im Innovationsmanagement zu überwinden. Die effektive Nutzung kann jedoch nur durch ein umfassend integriertes internes Innovationsmanagement erreicht werden.