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Die Innovation Community – Wen man zum Innovieren braucht

Von Carolin Durst 

Strategisches Innovationsmanagement soll frühzeitig Chancen und Risiken aufdecken, um ein Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten. Zu diesem Zweck werden verschiedene Aktivitäten wie das Environmental Scanning durchgeführt, um das Umfeld laufend auf neue Entwicklungen in Bezug auf Wettbewerber, Startups, Risiken, Trends oder neue Technologien zu untersuchen. Inspirationen aus anderen Industriezweigen oder anderen Ländern unterstützen die Erkennung von Chancen für Innovation und Wachstum. Ein Blick auf die riesige Anzahl der Aktivitäten im Rahmen des Innovationsmanagements macht deutlich: Das ist eine komplexe Aufgabe.

Für ein zuverlässiges Technologie-Scouting benötigt man viele Spezialisten, für das Trend-Scouting ist der weltweite Zugang zu spezifischen Märkten oder Industriezweigen erforderlich. Darüber hinaus braucht man auch eine Gruppe von Forschern, die die Entwicklungen ihrer direkten und indirekten Wettbewerber verfolgen. Sobald Sie die Environmental Scanning-Aktivitäten geregelt haben, steht der nächste wichtige Schritt an: Herauszufinden, was für Ihr Geschäft wichtig ist und wie Sie weiter vorgehen wollen. Wiederum andere Kompetenzen und Kenntnisse sind erforderlich, um die gesammelten Informationen umfassend zu analysieren – immer mit dem Ziel, interessante Innovationsmöglichkeiten zu identifizieren. Und wenn Sie am Ende wissen, welche Richtung Ihr Unternehmen einschlagen sollte, müssen Sie noch den Weg finden, um dahin zu kommen. Dies erfolgt in der Regel über gezielte Ideenwettbewerbe, die eine Anzahl inspirierter und verschiedenartiger Personen erfordern, die Vorschläge einreichen, beurteilen und auswählen.

Der Erfolg der Open-Source-Bewegung (mit Linux als prominentestem Beispiel) hat gezeigt, dass verteilte Online-Communities technische Innovationen schaffen, gestalten und verbreiten können. Folglich scheinen Innovations-Communities ein vielversprechender organisatorischer Ansatz zu sein, um Zugang zu den erforderlichen Kompetenzen für die verschiedenen Aktivitäten des Innovationsmanagements zu erhalten.

Dabei stellt sich jedoch sofort eine Frage: Wer sollte Teil meiner Innovation Community sein?

Die verschiedenen Akteure des Innovationsmanagementprozesses 

In der Praxis tragen sehr unterschiedliche Akteure zu sehr unterschiedlichen Aktivitäten im Innovationsmanagement bei:

  • Trendscouts erkennen, beschreiben und berichten über aufkommende Trends, die sich in der Regel auf bestimmte Bereiche oder Branchen beziehen.
  • Technologiescouts liefern den Wissenschaftlern und Ingenieuren in den Forschungsabteilungen Informationen zu neuen Technologien.
  • Inspirationscouts sammeln Informationen darüber, wie andere Unternehmen in anderen Industriezweigen neue Technologien oder Trends anwenden und ergänzen damit die Trend- oder Technologieprofile mit Anwendungsbeispielen.
  • Content Researcher liefern gezielte Informationen zu Wettbewerbern oder Startups. Meist führen sie Sekundärforschung (Desk Research) durch, um eine große Bandbreite an Informationen zu sammeln, beispielsweise zu Produkten, Kunden, Kommunikationsstrategie, Investoren oder Marktstrategie.
  • Fachexperten verfügen über spezielle Kenntnisse oder Kompetenzen in einem bestimmten Fachgebiet. Im Bereich des Innovationsmanagements beurteilen Fachexperten die Marktreife einer neuen Technologie oder eines neuen Trends.
  • Kunden liefern Informationen zu Customer Journeys, Customer Touchpoints, versteckten Bedarfen oder Kundenerwartungen.
  • Lead User befassen sich mit der Erprobung neuer Konzepte, Produkte oder Services in einem frühen Stadium.  
  • Ideengeber bilden üblicherweise eine vielfältige und heterogene Gruppe, die auf zielgerichtete oder ungerichtete Weise Ideen generieren.
  • Analysten berechnen Geschäftsszenarien oder geben eine Einschätzung zu potenziellen Märkten für innovative Produkte ab.

Kombination von internern und externen Innovationskräften

Der Aufbau eines Netzwerks aus internen und externen Akteuren, die dann Ihre Innovation Community bilden, ist ein sinnvoller Ansatz, um Herausforderungen wie Zeit- und Ressourcenbeschränkungen im Innovationsmanagement zu begegnen. Darüber hinaus wirken externe Inputs extrem beflügelnd für das Innovationsmanagement und stellen einen offenen Blick auf Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Geschäftsumfelds sicher. Während einige Akteure, beispielsweise Kunden oder Lead User, per Definition extern sind, können andere Akteure beides sein – intern oder extern.

Viele zeitaufwändige Innovationsaktivitäten wie beispielsweise das Scouting von Startups oder neuen Technologien können an Dritte ausgelagert werden. Diese Akteure, beispielsweise Trendagenturen, Technologieinstitute, Marktforschungsunternehmen oder Unternehmensberater können gezielt Zeit darauf verwenden zu untersuchen, was sich in einer Branche tut und die Ergebnisse dann zusammenfassen. Alles was Sie dazu benötigen, ist Zeit für das Briefing und Geld. Crowdsourcing kann ebenfalls eine Option sein oder eine zusätzliche Möglichkeit, Environmental Scanning-Ergebnisse in Echtzeit zu geringeren Kosten zu erhalten. Durch Einsatz kollaborativer Technologien können Sie Ihre Mitarbeiter auch mit mobilen Geräten ausrüsten, um unterwegs Trends oder Inspirationen zu sammeln. Strategische Innovationstätigkeiten haben großen Einfluss auf den langfristigen Geschäftserfolg. Folglich sollten gewisse Tätigkeiten wie die Identifizierung wichtiger Innovationmöglichkeiten in Bezug auf Produkte, Services oder Geschäftsmodelle besser im Unternehmen belassen werden.  

Wie Sie Ihre Aktivitäten aufteilen hängt zu einem großen Teil von den Fähigkeiten zur Lenkung der Aktivitäten Ihrer Innovation Community und zur Zusammenfassung der Ergebnisse ab.  

Online-Communities im Innovationsmanagement

Eine äußerst effektive und effiziente Möglichkeit zur Koordination, Zusammenfassung und Vernetzung der Ergebnisse der Innovation Community geht auf Online-Communities und die Idee der offenen Innovation zurück, bei der internetbasierte Plattformen die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren einer Innovation Community ermöglichen. Für hocheffiziente Innovations-Communities ermöglichen diese Plattformen nicht nur die Zusammenarbeit – ähnlich der Social-Software-Anwendungen. Neben den bekannten Kollaborations- und Gamification-Features sollte sich eine Innovation Community-Plattform auf folgende Funktionen konzentrieren:

  • Zunächst sollte die Plattform für eine Innovation Community sicherstellen, dass die hochvertraulichen Informationen, die dort gespeichert und geteilt werden, sicher sind. Darum sind hohe Standards bei der Datensicherheit ein Muss.
  • Eine differenzierte Rechte- und Rollenfunktionalität muss ermöglichen, dass die unterschiedlichen Mitglieder der Community den beabsichtigten Zugang zu den Informationen erhalten. Dadurch wird sichergestellt, dass hochvertrauliche Informationen, z.B. Geschäftschancen oder strategische Entscheidungen, nicht unbeabsichtigt für externe Mitglieder sichtbar sind.  
  • Aufgrund der vielfältigen Natur einer Innovation Community kann jedes Mitglied die einzelnen Aufgaben auf unterschiedliche Art und Weise lösen: Im Büro, auf Reisen oder einfach unterwegs. Darum muss die Plattform Zugang über verschiedene Endgeräte ermöglichen: Mobiltelefone, Tablet-Computer, PCs.
  • Die Plattform sollte in der Lage sein, Daten von externen oder internen Mitgliedern über standardisierte Datenschnittstellen zu empfangen.
  • Spezielle Analysefunktionen sollten die gelieferten Daten zusammenfassen, visualisieren und analysieren, um umsetzbare Ergebnisse zu produzieren.
  • Darüber hinaus sollten Leistungskennzahlen (KPIs) die Performance der Innovation Community messen und Anhaltspunkte bieten, um diese Aktivitäten oder das Setting der Innovation Community gegebenenfalls anzupassen und zu verbessern.  

Das richtige Setup macht es

Kurz gesagt: Der Aufbau einer Innovation Community erfordert ein intelligentes Setup. Nahezu jedes Setting ist möglich, welches aber ist für Ihr Unternehmen am sinnvollsten? Die besten Innovatoren nutzen eine Kombination aus betriebsinterner Innovation und externer Unterstützung. Egal für welches Setting sich ein Unternehmen entscheidet – für jedes benötigen Sie eine Softwareplattform, um die Aktivitäten der Innovation Community durchzuführen und zu steuern und die Ergebnisse zu sammeln und zusammenzuführen.